ÜBER DAS
KONZEPT
Open Source
für Alle
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Die Grundstruktur des Konzepts
Mit dem Konzept Pflegehof haben wir eine zugleich konkrete und flexible Umsetzungsmöglichkeit entwickelt, wie Pflegehöfe – insbesondere für Menschen mit Demenz – in Deutschland entstehen können. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie ein Wohn- und Pflegeort gestaltet sein muss, damit Menschen mit Demenz nicht nur gut versorgt werden, sondern sich zuhause fühlen, selbstbestimmt leben und Teil einer Gemeinschaft bleiben können.
Das Konzept ist ganzheitlich gedacht und setzt sich aus einer organisatorischen, einer physischen und einer sozialen Umgebung zusammen.(1) Diese drei Umgebungen stehen nicht unabhängig nebeneinander, sondern sind miteinander verwoben und beeinflussen sich gegenseitig.(2) Wie ein Gebäude gestaltet ist, prägt den Alltag. Wie Verantwortung organisiert wird, beeinflusst Selbstbestimmung und Teilhabe. Und wie Menschen miteinander umgehen, entscheidet darüber, ob aus einem Pflegeangebot ein echtes Zuhause werden kann.
Dabei verstehen wir das Konzept Pflegehof nicht als einzig richtigen Weg. Es ist eine Vorlage, ein Baukasten und eine Einladung zum Weiterdenken. Gründer:innen, Betreiber:innen, Trägerorganisationen, Kommunen oder Hofbesitzer:innen können einzelne Elemente aufgreifen, anpassen, kombinieren oder weiterentwickeln – je nach Zielgruppe, Standort, rechtlichem Rahmen, Ressourcen und eigener Vision. Genau deshalb veröffentlichen wir das Konzept unter einer Open Source-Lizenz: Damit es genutzt, verändert und weitergetragen werden kann und Green Care in Deutschland Schritt für Schritt wächst.
(1) de Boer et al., 2021
(2) Rosteius et al., 2022
Die
organisatorische
Umgebung
Die
physische
Umgebung
Die
soziale
Umgebung
Das Handbuch zum Konzept
Das Konzept Pflegehof ist unsere Antwort auf die Frage, wie eine würdevolle und selbstbestimmte Versorgung von Menschen mit Demenz gelingen kann. Es verbindet Natur, Tiere, Gemeinschaft und sinnstiftende Aktivitäten zu einem radikal neuen Wohn-, Pflege- und Lebensmodell. Kleine Wohngemeinschaften, ambulante Versorgung, 24-stündige Begleitung und im Mittelpunkt: ein ganz normaler Alltag und ein Ort, der sich nach zuhause anfühlt.
Dieses Handbuch richtet sich an alle, die selbst aktiv werden möchten. Es zeigt, wie aus einer Idee ein konkretes Vorhaben werden kann: von der Entwicklung der Vision über die Suche nach einem geeigneten Standort, der Architektur, Finanzierung und Organisation bis hin zum gelebten Alltag. So beantwortet es die vielen kleinen und großen Fragen rund um die Gründung eines Pflegehofs.
Das Konzept Pflegehof ist keine starre Blaupause. Es ist ein Ausgangspunkt, soll inspirieren und zeigen, was bereits heute denkbar und gestaltbar ist. Es lädt dazu ein, die Idee aufzugreifen, weiterzuentwickeln und an verschiedene Orte, Menschen und Rahmenbedingungen anzupassen. Ein Handbuch für alle, die gemeinsam und mutig neue Wege in der Versorgung von Menschen mit Demenz gehen möchten.
Ein Gruß der Autor:innen
Die Idee zum Handbuch entstand bei der Arbeit an unserem eigenen Pflegehof Projekt, dem Pflegehof Zernien. Durch die komplexen rechtlichen, finanziellen und architektonischen Anforderungen durchzusteigen, benötigte gefühlt ein Studium in jedem Fach. Informationen gab es zwar, diese waren aber oft weit verstreut, schwer zugänglich und in Beamt:innendeutsch geschrieben – das machte es uns nicht gerade leichter!
Mit der Zeit meldeten sich immer mehr Menschen, die ähnliche Projekte planten und vor vergleichbaren Hürden standen. Aus diesen Gesprächen entstand der Wunsch, ein übertragbares Konzept Pflegehof zu entwickeln und in einem Handbuch festzuhalten, um so Gründer:innen, die mit Herz bei der Sache sind, möglich niedrigschwellig zu unterstützen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Verantwortlichen des Förderprogramms „Soziale Innovation“, die die Entwicklung des Handbuchs möglich gemacht haben. Wir hoffen, dass das Buch viele Gründungen vorantreibt und freuen uns schon auf die Besichtigungen von vielen Pflegehöfen!
Holger Hasse, Sabrina Winn, Dr. Katharina Rosteius, Jan Adams, Sofia Lobianco & Ira-Simone Schnadenberger-Czaia (v.l.n.r.)
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